Mittwoch, 29. Juni 2011

Mein Buchtipp Nr. 1: Das Teenager Befreiungs Handbuch

Ich möchte dir ein Buch vorstellen und ans Herz legen, welches mich sehr bewegt, inspiriert und nachdenklich gemacht hat. Seit ich es gelesen habe, gehe ich an keinem Teenager vorbei ohne den Wunsch ihn anzusprechen und dieses Buch zu empfehlen mit den Worten "Ich wünschte, das hätte ich schon in deinem Alter gekannt." Ich wohne direkt gegenüber einer Schule, und am liebsten würde ich ein fettes Plakat mit dem Buchtitel an mein Fenster kleben, damit alle Schüler (und Lehrer) davon erfahren mögen.

Nachdem meine kleine (23) Schwester es angefangen hatte zu lesen, bekam ich eine SMS von ihr, in der sie schrieb: "Ich habe gerade das Gefühl, ich weiß zum ersten Mal, was ich machen will... und dass ich einige Zusammenhänge erkenne...". 


Die amerikanische Autorin Grace Llewellyn war zunächst Lehrerin, bevor sie diesen Beruf aufgab, um Das Teenager Befreiungs Handbuch: Glücklich und erfolgreich ohne Schule zu schreiben. Sie ist eine Vorkämpferin für Bildungsfreiheit in den USA. Über Ihre Arbeit als Lehrerin schreibt sie, dass sie dadurch die Gelegenheit hatte, "die hässlichsten Aspekte des Schulwesens zu sehen, und meine immer schon vorhandene Neigung, mich gegen Autorität aufzulehnen oder mich zumindest darüber lustig zu machen, kam sogleich zum Vorschein und entwickelte sich weiter."

Auf der Buchrückseite ist folgendes zu lesen:
Du glaubst, Lernen sei das, was du aus der Schule kennst: Vorgekaute Häppchen von vorgegebenem Stoff, unter ständiger Kontrolle, ob du auch wirklich alles geschluckt hast. Das hat mit echtem Lernen ungefähr so viel zu tun wie das zwangsweise Wettessen belegter Brote unter Aufsicht mit dem festlichen Verspeisen eines köstlichen, von dir selbst frei zusammengestellten Menüs. Dieses Buch liefert die Speisekarte. Das Menu ist: DEIN Leben. Guten Appetit!
Das Handbuch ist für alle, die jemals zur Schule gegangen sind, aber es ist vor allem ein Buch für Teenager und Leute, die mit Teenagern zu tun haben.

Samstag, 25. Juni 2011

Weitere Gedanken zum Faulsein

"Aber man muss Schüler zwingen, etwas zu lernen", sagte mir einst jemand, "ich war ein total fauler Schüler, ich hätte sonst nichts gelernt."

Ich glaube nicht, dass er nichts gelernt hätte. Stell dir vor, du könntest ganz allein bestimmen, was du lernst, wie du lernst, wann du lernst und wie lange du lernst. Dann hättest du sicher nicht das Gefühl, faul zu sein, höchstens, wenn du deinen eigenen Ansprüchen oder Erwartungen nicht gerecht wirst. In diesem Fall ist es ratsam, einmal deine Ansprüche zu überdenken und deine Erwartungen zu hinterfragen und eventuell zu verändern.

Was bedeutet (hier) eigentlich "faul"?

Dienstag, 21. Juni 2011

"Ich bin immer faul."

Mein kleiner Cousin schrieb mir, dass er in meinem Blog nichts über das Thema Faulheit gefunden hat. Das sei nämlich sein großes Problem. Er meint: "Ich bin immer faul und mache die Dinge nur, wenn ich sie dringend notwendig finde".

Wenn du dir einmal die Frage stellst, bei welchen Dingen du ganz und gar nicht faul bist, was du gerne lernst, womit du dich gerne, sofort, aus eigenem Antrieb und ohne Aufforderung durch jemand anderen beschäftigst, welche Antwort wirst du dir dann geben?

Sonntag, 19. Juni 2011

"Ihre Tochter ist nicht krank, sie ist eine Tänzerin."



Sir Ken Robinson erzählt in einem Vortrag eine beeindruckende Geschichte von Gillian Lynne, einer berühmten Tänzerin (sie hat die Musicals "Cats" und "Phantom der Oper" choreografiert).
Gillian und ich aßen eines Tages zusammen und ich fragte: "Gillian, wie wurdest du eine Tänzerin?" Und sie sagte, es war interessant: Als sie in der Schule war, war sie wirklich hoffnungslos. Und die Schule in den 1930ern schrieb ihren Eltern: "Wir glauben, Gillian hat eine Lernschwäche." Sie konnte sich nicht konzentrieren, sie zappelte herum. Ich denke, heute würden Sie sagen, sie hat ADHS. Denken Sie nicht? Aber in den 1930ern war ADHS noch nicht erfunden worden. Es war also kein verfügbarer Zustand. Die Leute wussten noch nicht, dass sie das haben könnten.

Freitag, 17. Juni 2011

Sir Ken Robinsons Vorträge: "School Kills Creativity"

Ich habe vor kurzem einen spannenden Vortrag gesehen von Sir Ken Robinson, ein britischer Autor, international geachteter Berater in der Gesellschaftentwicklung und "Kreativitätsexperte". Ich vermute, dass er unter jungen Leuten hierzulande völlig unbekannt ist (ich hatte jedenfalls noch nie von ihm gehört). 

Abgesehen davon, dass ich ihn als sehr weise und äußerst charmant und humorvoll beschreiben würde, ist er einer der Menschen, die unser Schulsystem infragestellen (und die solltest du meiner Meinung nach möglichst alle kennen). Er sagt, dass wir unser Potential nicht ausschöpfen können, weil uns beigebracht wird, eher ein "guter Arbeiter" zu werden als ein "Kreativer Denker". Schüler mit einem ruhelosen Geist oder einem ruhelosen Körper werden - anstatt ihre Energien und ihre Neugier zu nutzen und zu pflegen - nicht wertgeschätzt, ignoriert oder sogar stigmatisiert. 

Ich stelle dir drei sehenswerte Vorträge von Robinson vor:
Im zweiten ist er der Meinung, es sollte eine Bildungs-Revolution geben. 
Im dritten spricht er davon, dass und wie wir unsere Denkmuster bezüglich des Lernens verändern müssen: 




Donnerstag, 9. Juni 2011

Runter mit dem Etikett!

Ich habe vor kurzem einen Link geschickt bekommen zu einem YouTube-Clip, welches eine - wie ich finde - sehr wichtige Botschaft enthält. Je häufiger ich diesen Clip anschaue, desto mehr rührt und berührt er mich.
Ich denke, "Psychiatrische Diagnosen" sind eine für junge Menschen gefährliche und heutzutage sehr verbreitete Form der Etikettierung (eine, von der du bestimmt schon mal gehört hast - wenn du nicht gar selbst davon "betroffen" bist, ist ADHS). Sie sind eigentlich für alle Menschen problematisch, aber für junge Menschen ganz besonders, da junge Menschen sich schwer dagegen wehren können.

Mittwoch, 8. Juni 2011

Welches Etikett steht auf deiner Brust?

Wir Menschen neigen (heutzutage) dazu, anderen Etiketten auf die Brust zu kleben, auf denen steht, wer, wie oder was der andere "ist".

Besonders in der Schule läufst du Gefahr, mit einem solchen Aufkleber versehen, in eine Schublade gesteckt oder in eine Schablone gepresst zu werden. Viele Lehrer tun das ganz automatisch (und ohne böse Absicht), sie verteilen viele Aufkleber, möglicherweise, um sich zu orientieren. Leider führt das oft dazu, dass sie Schüler nicht mehr als Menschen sehen, sondern lediglich nach bestimmten Normen oder Maßstäben bewerten.

Ich möchte dich bitten, einmal kurz über die folgenden Fragen nachzudenken:
Hast du das Gefühl, dein Lehrer/deine Lehrerin sieht dich als Mensch?
Welches Etikett hat er/sie möglicherweise auf deine Brust geklebt?
Welche Auswirkungen hat das auf ihn/sie, welche auf dich?